Chinesische Phytotherapie (Kräutertherapie)

 

Die Kräutertherapie ist für mich ein unerlässliches Mittel in der Behandlung von chronischen Beschwerden.

Da den Beschwerden oft ein Mangel zugrunde liegt, wirken Kräuter schneller und nachhaltiger als die Akupunktur.

(Hier gibt es keine Verallgemeinerungen. Jeder Patient, jede Patientin ist individuell und manchmal ist trotz des Mangels eine Akupunktur günstiger.)

 

In der chinesischen Medizin gibt es eine Vielzahl an Kräutern. Unter dem Begriff der „Kräuter“ versteht man in der chinesischen Medizin nicht nur Pflanzen, sondern auch mineralische und tierische Bestandteile.

Bei einer von mir zusammengestellten Rezeptur handelt es in der Regel um pflanzliche Bestandteile. Nur wenn es mir notwendig erscheint, verwende ich auch „tierische Kräuter“ – bespreche dies aber immer im Vorfeld.

 

Bei chronischen Beschwerden ist es oft notwendig, die Behandlung in Monatsabständen durchzuführen. Verordnet werden die Kräuter in Mischungen, die sehr individuell erstellt werden. Durch die große Anzahl an vorhandenen Kräutern und der unterschiedlich möglichen Dosierung dieser sowie durch das Zusammenarbeiten der Kräuter untereinander entstehen sehr individuell angepasste Rezepturen.

Nach der Einnahme für einen Monat bespreche ich mit den PatientInnen das Befinden und den weiteren Verlauf.

 

Für jede Konstellation des Körpers, z.B. Kälte oder Wärme, Fülle oder Leere etc., gibt es Kräuter und so spezialisiert, dass z.B. das eine Kraut mehr in der unteren Körperhälfte agiert und das andere eher im Kopf. Da es sich oft um kombinierte Krankheitsmuster handelt, werden die Kräuter entsprechend kombiniert und sollen den Körper unterstützen, wieder in den gesunden Zustand zu kommen.

 

Wie erfolgt die Einnahme?

 

Die ursprüngliche Einnahmeform ist der Dekokt. Hierbei werden die getrockneten Kräuter in Wasser eingeweicht und 2x ausgekocht. Der entstandene Sud wird entweder 3x täglich oder über den Tag verteilt warm getrunken. Die Kosten liegen für einen Monat entsprechend der verwendeten Kräuter zwischen 150 – 200€.

 

Granulate werden durch den oben genannten Kochvorgang mit anschließender Weiterverarbeitung und Bindung an Maisstärke und Maltodextrin durch Apotheken hergestellt. Die Einnahme der Granulate erfolgt durch das Auflösen bzw. Anrühren in warmen oder heißen Wasser. Die Preise liegen für einen Monat zwischen 40 – 50€.

Die Granulate können durch die Apotheke auch zu Tabletten gepresst werden.

 

Tinkturen sind eine ebenfalls sehr wirksame und praktikable Möglichkeit Kräuter einzunehmen. Hierfür werden die Kräuter mit Alkohol versetzt und ein Auszug hergestellt. Einige Apotheken bieten die Tinkturen mit und ohne Alkohol an. Die Kosten liegen bei ca. 65€ im Monat.

 

Da es immer um den Wirkstoff in der Mischung geht, ist ein Wechsel der Darreichungsform jederzeit möglich.

Genaue Einnahmedosierungen stehen immer auf den von der Apotheke hergestellten Mischungen. Oft ist die Einnahme 3x täglich – wenn nichts anderes gesagt – ca. eine halbe Stunde vor dem Essen am günstigsten.

 

Chinesische Kräuter sind generell in Deutschland verschreibungspflichtig und werden über die Apotheken vertrieben. Sie benötigen also immer ein Rezept. Die Apotheken, die chinesische Kräuter verkaufen, sind diesbezüglich zertifiziert und verkaufen nur Kräuter, die schwermetallfrei, pestizidfrei und nicht im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen. Ebenfalls sind keine geschützten Arten im Verkauf.

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Kay Weißbach, Leipzig